[Home] Land | ab 21.03.

Was macht ein Land, eine Stadt, einen geografischen Punkt zur Heimat? Was gibt uns unsere Heimat, was verlangt sie von uns, was nimmt sie uns? Was gibt es hier mehr – Gewinn oder Verlust?

Raum und Landschaft, Migration und Anpassung, Nostalgie und ihre Überwindung – diese Themen durchziehen das Werk von Marina Skepner. Auf unseren Wanderungen erkunden wir neue Länder, durchqueren sie selbst und werden Teil von ihnen.

Ihre Serie Topografika beleuchtet diese Aspekte durch eine einzigartige Verbindung von Zeichnung und Landkarte. Die Karte selbst wird hier zum Körper: Eine Person fügt sich in den Raum ein, wird projiziert, überlagert und verwandelt die Landschaft. Der Raum wächst zur Person hin, erscheint unter der Haut. Manchmal wiederholen die Linien des Körpers die Geometrie von Straßen, Flüssen oder Docks, in anderen Momenten treten sie in bewussten Widerstand, brechen mit dieser Ordnung.

Die Serie Sehnsucht nach der Ebene hingegen zeigt eine Reihe fiktiver Landschaften, in Öl auf Papier gemalt. Ihre Einfachheit grenzt an Abstraktion – im Bild geschieht geradezu nichts. Doch in dieser Leere, in ihrer Darstellung, findet jeder Zugang zu einem persönlichen Stück des inneren Flachlands, das für uns alle von Bedeutung sein kann.

Diese Arbeiten laden den Betrachter ein, über die fließenden Grenzen zwischen Körper und Raum nachzudenken – über die Formen, die wir einnehmen, und die Landschaften, die uns prägen.

Ausstellungsdauer:
21.03. – 31.05.2025, täglich von 10 – 22 Uhr
Vernissage Fr., 21.03.2025 um 18 Uhr

Ausstellungsort:
LANDMANN-31 | Eine-ART-Passage
Landmannstr. 31 in Köln Neuehrenfeld

Marina Skepner – rusalka 1

Körperfragmente – Bedrängnis

Die Schülerinnen und Schüler der Q1 Kunst des Dreikönigsgymnasium präsentieren hier ihre Installation zum Themenkomplex Körperfragmente – Bedrängnis.

Die Installation besteht zum Großteil aus neu zusammengefügten Schaufensterpuppenteilen und Gipsfragmenten, die in ihrem Zusammenspiel als Sinnbild der heutigen Ansprüche und der alltäglichen Bedrohungen verstanden werden und die Verwendung von Schaufensterpuppen als perfektionierte Idealbilder damit generell ins Gegenteil verkehren. Ergänzt wird die Ausstellung durch Zeichnungen, Fotografien und eine Zusammenschau kleiner Püppchen, die ein albtraumhaftes Szenario entwickeln und eine Filmdokumentation zu dem Projekt.

Eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema Körperfragment erfolgte im Unterricht zuvor. Hier ging es um das Idealbild des menschlichen Körpers (als Spiegel einer idealisierten Gesellschaft) und die „Zerstückelung“ dieses Bildes in und durch Kunst geht.
Wir lernten hier die idealen Körper der Antike und der Renaissance kennen und beschäftigen sich im Kontrast dazu mit dem Bereich des Körperfragmentes, als Beispiel dienen hier die Chapman Brüder und Marc Quinn, die durch die Neuzusammensetzung von Körperteilen surreale aber auch beängstigende Figuren herstellen. Eine erste praktische Position zur Themenstellung erfolgte zeichnerisch, eine zweite über die Gestaltung von Tonfiguren. Auch hier finden sich Beispiele in der Ausstellung. Immer ging es darum das Spannungsfeld auszuloten zwischen Konstruktion und Destruktion sowohl auf der formalen als auch der inhaltlichen Ebene. Die Bearbeitung der Schaufensterpuppen stellte in diesem Kontext das Abschlussprojekt dar. Die Körperteile wurden wie Fundstücke zuerst untersucht und dann ihrem neuen Kontext zugeführt. In der Verbindung von Körperteilen, die eigentlich nicht zusammengehören sahen wir eine Möglichkeit auch die gesellschaftlichen „Unstimmigkeiten „ zu zeigen, die durch die verbindenden Gipselemente nur noch teilweise zu erkennen sind. Der Gips zeigt dabei den Moment der Verletzung, des Verletztseins. Insgesamt wollten wir aber auch eine Geschichte erzählen, die Geschichte einer jungen Frau, die versucht sich dem gesellschaftlichen Druck zu widersetzen aber mehr und mehr eingenommen wird und in Bedrängnis gerät.

Albtraum
Idealisierten, künstlichen Kinderpuppen ihre Unschuld zu nehmen und zu entlarven, dass sie schon in frühen Jahren Rollenmuster festlegen und beängstigend brutal auf Individualität verzichten ist hier Thema der Gestaltung.