Board of Directors | 12.11.-12.01.

Schotten dicht! Fassade hoch! Board of Directors, die Haie im Haifischbecken mit Anzug und Krawatte als Schutz-Verkleidung… und was bleibt, wenn die Hülle fällt?
Georg Schnitzer reduziert die Erkenntnis darüber in seinen gezeigten Arbeiten aufs Wesentliche und entkleidet dafür malerisch mit Öl den Manager. Es bleibt der Mensch. Ein Wesen mit Gefühlen, Emotionen wie Angst und Verletzlichkeit. Schnitzlers zurückhaltenden Farbwahl wirkt dabei wie ein Verstärker, der dem Betrachter Raum zur Selbstreflexion öffnet.

„… das Dargestellte ist nicht allein die Person, ihre Haltung oder ihr Bewegungsgestus, sondern zugleich auch das Mit- oder vielleicht Gegeneinander von Farben, Flächen und Linien auf der Leinwand. Die Figuren werden zum Vehikel eines Prozesses, der über die malerischen Mittel enthüllt…“ [Textauszug der Kunsthistorikerin Dr. Barbara Zelinsky über die Arbeit von Georg Schnitzler]

In seiner Einzelausstellung zeigt Georg Schnitzler Werke aus seiner aktuellen Bilder Serie „Board of Directors“, verletzlich und authentisch.

Zur Ausstellungseröffnung am Freitag, dem 12. November wird der Künstler anwesend sein und dem Besucher die Möglichkeit geben, mit ihm in Dialog zu treten.

Geboren in Mainz, arbeitet Georg Schnitzler nach dem Studium der Kunst als Dozent an der freien Kunstschule und als Künstler in Köln. Geprägt von der figürlichen Malerei der Moderne konzentriert sich Schnitzler auf die Auseinandersetzung mit dem Bild des Menschen. Anfang 2017 wurde Schnitzler mit dem Grand Prix des Salon “L’Art au Coeur de L’Europe” in Frankreich ausgezeichnet.

Ausstellungsdauer:
12.11.2021 – 12.01.2022, täglich von 10 – 22 Uhr
Vernissage Fr., 12.11.2021 um 18:00 Uhr
Finissage   Mi., 12.01.2022 ab 17:30 Uhr

Ausstellungsort:
LANDMANN-31 | Eine-ART-Passage
Landmannstr. 31 in Köln Neuehrenfeld

Aufgrund der momentanen Hygiene- und Abstandsregelungen gibt es für uns alle gewisse vorübergehende Einschränkungen und Änderungen bei Ihrem Besuch wie bspw. das Tragen einer Mundnasenbedeckung. Bitte informieren Sie sich vor Ihrem Besuch über die in Köln aktuell geltenden Regeln.

Zusatztermine zur Ausstellung

Aufgrund der positiven Resonanz gibt es zwei Zusatztermine jeweils von 11:00 – 17:30 Uhr am

  • Dienstag, dem 9. April und
  • Mittwoch, dem 10. April

der Installation „Körperfragmente – Bedrängnis“ der Schülerinnen und Schüler der Q1 Kunst des Dreikönigsgymnasium.

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Ausstellung, Installation
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Körperfragmente – Bedrängnis

Die Schülerinnen und Schüler der Q1 Kunst des Dreikönigsgymnasium präsentieren hier ihre Installation zum Themenkomplex Körperfragmente – Bedrängnis.

Die Installation besteht zum Großteil aus neu zusammengefügten Schaufensterpuppenteilen und Gipsfragmenten, die in ihrem Zusammenspiel als Sinnbild der heutigen Ansprüche und der alltäglichen Bedrohungen verstanden werden und die Verwendung von Schaufensterpuppen als perfektionierte Idealbilder damit generell ins Gegenteil verkehren. Ergänzt wird die Ausstellung durch Zeichnungen, Fotografien und eine Zusammenschau kleiner Püppchen, die ein albtraumhaftes Szenario entwickeln und eine Filmdokumentation zu dem Projekt.

Eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema Körperfragment erfolgte im Unterricht zuvor. Hier ging es um das Idealbild des menschlichen Körpers (als Spiegel einer idealisierten Gesellschaft) und die „Zerstückelung“ dieses Bildes in und durch Kunst geht.
Wir lernten hier die idealen Körper der Antike und der Renaissance kennen und beschäftigen sich im Kontrast dazu mit dem Bereich des Körperfragmentes, als Beispiel dienen hier die Chapman Brüder und Marc Quinn, die durch die Neuzusammensetzung von Körperteilen surreale aber auch beängstigende Figuren herstellen. Eine erste praktische Position zur Themenstellung erfolgte zeichnerisch, eine zweite über die Gestaltung von Tonfiguren. Auch hier finden sich Beispiele in der Ausstellung. Immer ging es darum das Spannungsfeld auszuloten zwischen Konstruktion und Destruktion sowohl auf der formalen als auch der inhaltlichen Ebene. Die Bearbeitung der Schaufensterpuppen stellte in diesem Kontext das Abschlussprojekt dar. Die Körperteile wurden wie Fundstücke zuerst untersucht und dann ihrem neuen Kontext zugeführt. In der Verbindung von Körperteilen, die eigentlich nicht zusammengehören sahen wir eine Möglichkeit auch die gesellschaftlichen „Unstimmigkeiten „ zu zeigen, die durch die verbindenden Gipselemente nur noch teilweise zu erkennen sind. Der Gips zeigt dabei den Moment der Verletzung, des Verletztseins. Insgesamt wollten wir aber auch eine Geschichte erzählen, die Geschichte einer jungen Frau, die versucht sich dem gesellschaftlichen Druck zu widersetzen aber mehr und mehr eingenommen wird und in Bedrängnis gerät.

Albtraum
Idealisierten, künstlichen Kinderpuppen ihre Unschuld zu nehmen und zu entlarven, dass sie schon in frühen Jahren Rollenmuster festlegen und beängstigend brutal auf Individualität verzichten ist hier Thema der Gestaltung.