Geständnis | 20.12.-28.03.

Tod, Folter und Krieg sind Worte, die menschliche Grausamkeiten beschreiben, menschliche Grausamkeiten die auch von Regierungen begangen und dokumentiert wurden. Durch veröffent­lichte CIA-Dokumente wurden die Foltertechniken aufgedeckt, unter denen in Guantánamo Häftlinge Geständnisse abgegeben habe. Ein Skandal, mit dem sich die amerikanische Konzeptionskünstlerin Jenny Holzer detailliert auf der Faktenebene auseinandergesetzt hat.

„Ich habe mich gefragt, was im Kopf dieser Menschen vorgeht. Bei manchen Dokumenten sind nur wenige Sätze nicht geschwärzt worden. Zum Beispiel Anweisungen, wie lange einem Inhaftierten der Schlaf entzogen werden darf. Manchmal steht auch nur noch „Waterboard“ da. Wer zensiert ein Dokument und lässt dieses Wort stehen?“

Auf den in der aktuellen Ausstellung gezeigten Arbeiten, die auf offiziellen Dokumenten zum Irakkrieg basieren, dominieren schwarzen Balken und unkenntlich gemachte Anmerkungen. Die wenigen sichtbaren Textfragmente lassen erahnen, dass hier menschliche Abgründe geschwärzt wurden. Auf einigen der Werke sind zwischen der Verdunkelung durch die Zensur gerade noch die Worte „Waterboard“ oder „Top Secret“ zu entziffern, andere sehen aus, als hätten sich die Informationskontrolleure an der Reproduktion von Kasimir Malewitschs „Schwarzem Quadrat“ versucht.

Info zum „Waterboarding“
Das Waterboarding gehört zu den nach dem Anschlag 9/11 durch US-Präsident George W. Bush zugelassenen enhanced interrogation techniques (deutsch etwa: erweiterte oder verschärfte Verhörtechniken) des CIA. Der Gefangenen liegt gefesselt während ein Tuch über das Gesicht gelegt wird, das Mund und Nase abdeckt. Während ca. 20 – 40 Sekunden wird über dieses Tuch kontinuierlich Wasser gegossen, so dass sich für den fixierten, bewegungsunfähigen Gefangenen die panische Wahrnehmung des Ertrinkens einstellt.

Ausstellungsdauer:
20.12.2016 bis 29.03.2017, täglich von 10 – 22 Uhr

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