Vorschau Paper Works | 16.07.-25.08.

Hoch sinnlich präsentieren sich die minimalistischen, skulpturalen Wandobjekte des Wahlkölners Kalle Paltzer.

Der Künstler nutzt den vergänglichen Werkstoff Papier unterschiedlichster Körnung und Faserung als recyceltes Werkmaterial für seine plastischen Körper mit lebendigen Oberflächenlandschaften. Er entwickelt – spielerisch zwischen Transparenz und Dichte changierend – experimentelle Produktionstechniken, für die er Reis-Seidenpapier, Zellstoff und Pulpe in Verbindung mit Farbe (hauptsächlich Schwarz, Weiß, Grautöne), Beize und Kasein verwendet.

Haptisch-optische Reize und skulpturale Präsenz potenzieren sich im Spannungsfeld von Licht und Schatten, die sich an Rasterlinien, -punkten, Wölbungen oder Craquelées scheiden. Grundierungen – oft schwarze Farbe – lässt Paltzer unter vielen, versetzten Teilüberlagerungen nur an dezidierten Stellen und in abgestuften Intensitätsgraden durchschimmern. In harmonischer Balance zwischen Ruhepole und Dynamik gesetzte Akzente werden zu bedeutungsträchtigen Kraftfeldern und Bewegungsrichtungen.

Paltzer verbindet zwei offene Schöpfungsprozesse miteinander: Einerseits schichtet er, gießt ab (z. B. industrielle Fundobjekte), baut dreidimensionale Masse auf und reißt, schneidet, hämmert Material ab. Die dabei fließende Energie überträgt sich auf seine organischen Geschöpfe, die auf- und abzuatmen, zu vibrieren scheinen.

Andererseits beruht die skulpturale Gestaltung auf Naturgesetzen, ausgelöst von der Verleimung übereinander gelegter Materialien unterschiedlicher Elastizität und Reißfestigkeit, die in unausweichlicher Haftung im Trocknungsprozess aneinander zerren. Sie werfen Falten, reißen ein, wölben sich zu Hohlkörpern oder Schalen, die als Folie vor der Wand schweben. Assoziationen zum menschlichen Organismus (Hautwunden, Nervenbahnen, Äderchen, Gerippe) und zur Natur (Urgesteine, Flüsse, Birkenrinde) stellen sich ein, berühren den Betrachter emotional.

K. Paltzer, Grafik-Designer und gelernter Keramiker, legt ein Schönheitsverständnis zugrunde, das im Einklang mit der fernöstlichen Keramikphilosophie bei der Herstellung von Matcha-Schalen nicht eine „cleane Glätte“, sondern die Ästhetik des Verborgenen, Unregelmäßigen, des menschlich Unperfekten würdigt.

Dr. Marta Cencillo-Ramirez, Kunsthistorikerin


Kalle Paltzer lebt und arbeitet in Köln. Seine Arbeiten waren bisher auf Ausstellungen in Nizza, Luxemburg und Deutschland zu sehen und sind Bestandteil öffentlicher, aber auch privater Sammlungen.

Zur Vernissage am Freitag, den 16. Juli wird der Künstler anwesend sein und dem Besucher die Möglichkeit geben, mit ihm in Dialog zu treten. Mit der diesjährigen Ausstellung „Papier-Arbeit“ stellt Paltzer erstmalig in Landmann-31 aus.

Ausstellungsdauer:

16.07. – 25. oder 26.08.2021, täglich von 10 – 22 Uhr
Vernissage Fr., 16.07.2021 um 19 Uhr
Finissage   Mi., 25.08.2021 um 18 Uhr

Ausstellungsort:
LANDMANN-31 | Eine-ART-Passage
Landmannstr. 31 in Köln Neuehrenfeld

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