STAND der DINGE | 06.05.-07.06.

Künstlerisches Schaffen ist bekanntlich immer ein Prozess. Daher sind Ausstellungen auch immer eine oder mehrere Momentaufnahmen einer stetig fortschreitenden Entwicklung.
Angetrieben wird diese Entwicklung zum Einen inhaltlich von der Wahl der Themen, durch Vertiefung einer Fragestellung oder auch einer Umorientierung. Zum Anderen verweist sie auf das zunehmende Vertraut-sein, wie auch das anfängliche Erproben einer Technik. Zudem zeigt sich mal die Ausarbeitung eines bestimmten Stils, mal ein stetiger Wandel dessen.
Die in der Ausstellung „STAND der DINGE“ gezeigten Werke werden eben besonders charakterisiert durch Umorientierung im Sinne von Verlagerung des inhaltlichen Schwerpunkts, von Erprobung neuer Techniken durch Verwendung anderer Materialien und Medien, vom Wandel des Stils durch Veränderung der Darstellung. Und der Prozess schreitet während der Ausstellungsdauer weiter voran, deswegen wird auch die Präsentation durch Ergänzung und Austausch von Werken im Laufe der vier Wochen ihren Zustand verändern.

Kunstroute 2017 - Ellipse 04
STAND der DINGE // Ellipse // 2017

Die Künstlergruppe ELLIPSE wurde im Herbst 2012 von den beiden in Köln lebenden Künstlern Deborah Frings und Klaus Schaefer gegründet. Im Sommer 2014 stieß dann der Kölner Künstler Henning Beckschulte zum inneren Kreis der Künstlergruppe. Dieser innere Kreis wird auf Einladung durch einen äußeren Kreis von Künstlerkollegen ergänzt, den sogenannten „Friends“.
Das Kunst-Schaffen bildet einen festen zentralen Bestandteil ihres Lebens und soll im Rahmen von Gruppenprojekten primär frei von kommerziellen Interessen und unabhängig von institutionellen Instanzen des Kunstmarkts sein. Gemeinsam setzen sie sich kritisch mit allgemeinen Aspekten des menschlichen Daseins, mit alltäglichen und scheinbar banalen Erfahrungen oder Beobachtungen, sowie mit vermeintlichen „Realitäten“ in der Kunst auseinander. Dabei ist oft die Interaktion mit den Betrachtern wichtig und prägend für Konzeption von Projekten.

Zur Ausstellungseröffnung am Samstag, den 6. Mai werden die Künstler ab 14 Uhr anwesend sein und dem Besucher die Möglichkeit geben, mit ihnen in Dialog zu treten.

Ausstellungsdauer:
06.05. bis 07.06.2017, täglich von 10 – 22 Uhr

 

BLANK | 01.04.-30.04.

Genau genommen müsste die Beschreibung der Ausstellung offen bleiben, unbeschrieben sein – im weiten Sinne also nicht anfangen und nicht enden. Im engen Sinne steht „BLANK“ für den Raum und die Freiheit, die die in Köln lebende Künstlerin JESSICA KELLERSHOFEN dem Betrachter ihrer Arbeiten überlassen möchte. Das verbindende Element der Ausstellung bildet die Frau frei von jeder Wertung und Bewertung. Mit schwarz-weiß Fotografien aus der Beobachterperspektive und fast lauten Sprayart-Porträts lädt die in Landmann-31 gezeigte Ausstellung ein, sich ganz der Frau hinzugeben.

Landmann-31
BLANK // Jessica Kellershofen // 2017

Zur Ausstellungseröffnung am Samstag, den 1. April wird die Künstlerin von 18 bis 20 Uhr anwesend sein und dem Besucher die Möglichkeit geben, mit ihr in Dialog zu treten.

Seit 2013 arbeitet Kellershofen an ihrer Serie „Stencil Art“. Für diese Sprayart-Porträts bekannter Persönlichkeiten schneidet sie in filigraner Hingabe eigenhändisch die Schablone aus. Das fertige Werk nimmt sie mit auf die Reise, auf der sich Werk und Motiv begegnen und so finden sich in der Serie schon Porträts gegengezeichnet von Colin Firth über Emma Thompson bis hin zu Meryl Streep.

Zur diesjährigen Ausstellung „BLANK“ stellt Kellershofen erstmalig in Landmann-31 aus.

Ausstellungsdauer:
01.04. bis 30.04.2017, täglich von 10 – 22 Uhr

Mehr über Jessica Kellershofen hier

Veröffentlicht in Apr

Geständnis | 20.12.-28.03.

Tod, Folter und Krieg sind Worte, die menschliche Grausamkeiten beschreiben, menschliche Grausamkeiten die auch von Regierungen begangen und dokumentiert wurden. Durch veröffent­lichte CIA-Dokumente wurden die Foltertechniken aufgedeckt, unter denen in Guantánamo Häftlinge Geständnisse abgegeben habe. Ein Skandal, mit dem sich die amerikanische Konzeptionskünstlerin Jenny Holzer detailliert auf der Faktenebene auseinandergesetzt hat.

„Ich habe mich gefragt, was im Kopf dieser Menschen vorgeht. Bei manchen Dokumenten sind nur wenige Sätze nicht geschwärzt worden. Zum Beispiel Anweisungen, wie lange einem Inhaftierten der Schlaf entzogen werden darf. Manchmal steht auch nur noch „Waterboard“ da. Wer zensiert ein Dokument und lässt dieses Wort stehen?“

Auf den in der aktuellen Ausstellung gezeigten Arbeiten, die auf offiziellen Dokumenten zum Irakkrieg basieren, dominieren schwarzen Balken und unkenntlich gemachte Anmerkungen. Die wenigen sichtbaren Textfragmente lassen erahnen, dass hier menschliche Abgründe geschwärzt wurden. Auf einigen der Werke sind zwischen der Verdunkelung durch die Zensur gerade noch die Worte „Waterboard“ oder „Top Secret“ zu entziffern, andere sehen aus, als hätten sich die Informationskontrolleure an der Reproduktion von Kasimir Malewitschs „Schwarzem Quadrat“ versucht.

Jenny Holzer - Geständnis
Geständnis // Jenny Holzer // 2016

Info zum „Waterboarding“
Das Waterboarding gehört zu den nach dem Anschlag 9/11 durch US-Präsident George W. Bush zugelassenen enhanced interrogation techniques (deutsch etwa: erweiterte oder verschärfte Verhörtechniken) des CIA. Der Gefangenen liegt gefesselt während ein Tuch über das Gesicht gelegt wird, das Mund und Nase abdeckt. Während ca. 20 – 40 Sekunden wird über dieses Tuch kontinuierlich Wasser gegossen, so dass sich für den fixierten, bewegungsunfähigen Gefangenen die panische Wahrnehmung des Ertrinkens einstellt.

Ausstellungsdauer:
20.12.2016 bis 29.03.2017, täglich von 10 – 22 Uhr

Mehr über Jenny Holzer hier